... 2017 ... 2018!

Auch 10 Wochen nach der Bundestagswahl gibt es noch keine neue Regierung in Berlin. Die Gespräche zur Bildung einer „Jamaika“-Koalition aus CDU/CSU, Bündnis90/Die Grünen und FDP sind gescheitert, im Grunde unbestrittener Weise an der Haltung der FDP. – Sie seien für Trendwenden gewählt worden, so die Führung der Freien Demokraten, aber die hätten sich nicht machen lassen … Beim Gewerkschaftstag des Deutschen Beamtenbundes hat Nicola Beer, die Generalsekretärin der FDP, in einem Grußwort einen kleinen Einblick gegeben, was man darunter verstehen kann. „Überregulierung abbauen“ war ein zentrales Schlagwort, ganz so als hätte es die Euro- und Finanzkrise als Folge ungehemmter Deregulierung genauso wenig gegeben wie die Bewährung Deutschlands und seines öffentlichen Dienstes in diesen Krisenzeiten!

„Waffengleichheit sieht anders aus!“

Mit den „Paradise Papers“ hat die Welt nicht nur einen neuen Steuerskandal. Vielmehr zeigen die der Süddeutschen Zeitung zugespielten Unterlagen, wie Superreiche und große internationale Konzerne Steueroasen nutzen, um ihre Geschäfte abzuwickeln – legal und illegal. Es geht um Steuervermeidung in geradezu perfider Weise, um Steuerhinterziehung, Geldwäsche und um die Verschleierung von Einnahmen, Vermögen und Vermögensströmen.

Lernbegleiter

Da ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Zug, der mich heimbringt vom 25. Realschultag des Bayerischen Realschullehrerverbands brlv, einem unserer befreundeten Verbände. Bei der dortigen Podiumsdiskussion, in der es insbesondere um die Veränderungen durch die Digitalisierung gegangen war, ist der Begriff des „Lernbegleiters“ gefallen – als vermeintlich zeitgemäße Formulierung anstelle der des Lehrers. Als bedürfte es in diesen modernen Zeiten nur noch der Begleitung der Schüler, nur noch des Lenkens ihrer Interessen … Der brlv-Vorsitzende Jürgen Böhm hat den Begriff in aller Deutlichkeit zurückgewiesen.