
Tarifergebnis steht
Schmerzhafter Kompromiss - Zeitgleiche Übertragung auf Beamte und Versorgungsempfänger gefordert
In einer ersten Reaktion bezeichnete der Vorsitzende der Bayerischen Finanzgewerkschaft (bfg), Gerhard Wipijewski, den Tarifabschluss als schmerzhaften Kompromiss. Der dbb und seine Mitgliedsgewerkschaften haben in diesen Verhandlungen hart gekämpft und angesichts der lange Zeit blockierenden und mauernden Haltung der Arbeitgeber das Mögliche herausgeholt. Im Verlauf der Gespräche sind die Arbeitgeber ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten aus unserer Sicht nicht gerecht geworden. Das Ergebnis ist das Resultat intensiver, zäher Verhandlungen unter schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Umso wichtiger war der massive Protest vor der dritten Verhandlungsrunde. Die klare Haltung der Kolleginnen und Kollegen hat Wirkung gezeigt und den nötigen Druck aufgebaut.
bfg-Vorsitzender Gerhard Wipijewski dankt allen, die in den vergangenen Wochen Gesicht gezeigt, Solidarität bewiesen und die Aktionen unterstützt haben. Ohne diesen Einsatz wäre dieses Ergebnis kaum zustande gekommen.
Ein besonderer Dank gilt unserer stellvertretenden bfg-Landesvorsitzenden Conny Deichert, die als stellvertretende Vorsitzende der dbb-Bundestarifkommission unmittelbar an den Verhandlungen beteiligt war und dort die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen mit Nachdruck eingebracht hat.
Jetzt erwarten wir von der Bayerischen Staatsregierung die zeitgleiche und systemgerechte Übertragung auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfänger.
Die von Ministerpräsident Söder angekündigte verzögerte Anpassung von jeweils sechs Monaten ist für uns nicht akzeptabel. Wer von Wertschätzung spricht, darf nicht gleichzeitig die Besoldung aufschieben.
Eine solche Verschiebung ist kein sachlicher Sparbeitrag, sondern ein politisches Signal – und zwar das falsche. Bayern ist das reichste Bundesland. Gerade die Beschäftigten – insbesondere in der Finanzverwaltung – sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass der Staat finanziell stabil bleibt und im Ländervergleich gut dasteht.
Wer hier zögert oder relativiert, sendet ein fatales Signal. Was sind die wiederholten Treueschwüre zum Berufsbeamtentum vor diesem Hintergrund dann noch wert?
Bei steigenden Fallzahlen, enormer Arbeitsverdichtung und Personalunterbesetzung von teils über 20 Prozent ist jede Verzögerung oder Abschwächung ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten – und wird Vertrauen nachhaltig beschädigen.
Das Tarifergebnis im Überblick:
▪️ 5,8 % Einkommenserhöhung
– 2,8 % ab 1.4.2026 (mindestens 100 €)
– 2,0 % ab 1.3.2027
– 1,0 % ab 1.1.2028
(Laufzeit 27 Monate)
▪️ Erhöhung der Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit
▪️ Angleichung Kündigungsschutz Ost an West
▪️ Ausbildungspaket, u.a. +150 € bei den Ausbildungsentgelten