„Der Mensch muss Chef im Ring bleiben“

Öffentliche Veranstaltung beim 22. Gewerkschaftstag

Der heutige Nachmittag beim Gewerkschaftstag der Bayerischen Finanzgewerkschaft in Augsburg war der öffentlichen Veranstaltung gewidmet. Der frisch im Amt bestätigte bfg-Landesvorsitzende Gerhard Wipijewski konnte hierzu zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und Verbänden begrüßen und nutzte die Gelegenheit natürlich, um die Anliegen der bfg mit deutlichen Worten vorzutragen.

Wipijewski beklagte unter anderem die stetige Steigerung der Arbeitslast in weiten Bereichen der Finanzverwaltung. Diese sei nur noch bewältigbar durch den persönlichen Einsatz der Beschäftigten – und die Automation. Diese sei zur Unterstützung bei der täglichen Arbeit unerlässlich, aber der Mensch müsse der Chef im Ring bleiben. Er brauche Freiräume, Verantwortung und Selbststeuerung. Automation und Digitalisierung sei aber auch Voraussetzung für neue Arbeitsmodelle, wie Telearbeit oder Satellitenarbeit. Leider habe die Steuerverwaltung in diesen Bereichen ihre Vorreiterrolle inzwischen an die Privatwirtschaft abgegeben.

Wipijewski erkannte aber auch an, dass die Staatsregierung das Ruder bei der Personalausstattung herumgeworfen habe und vor allem das Finanzministerium die Möglichkeiten des Neuen Dienstrechts für Verbesserungen und Modernisierungen genutzt habe.

Finanzminister Albert Füracker gratulierte in seiner Festrede zunächst der neugewählten Landesleitung zu ihren hervorragenden Wahlergebnissen und forderte die bfg auf, die Interessen der Beschäftigten der Finanzverwaltung in gewohnt konstruktiver Weise weiter zu verfolgen. Zur Digitalisierung der Verwaltung hatte Füracker eine klare Position. IT dürfe nicht Selbstzweck sein, sondern müsse die Beschäftigten bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Insgesamt seien motivierte Beschäftigte wichtig, da sie das Rückgrat einer funktionierenden Verwaltung seien, welche wiederum sei Voraussetzung für einen funktionieren Staat sei. Natürlich ließ es sich Füracker nicht nehmen, die Stellenmehrungen der letzten Jahre, die Einstellungszahlen auf Rekordniveau und die bereits zugesagte Übernahme des Tarifergebnisse darzustellen. Dies alles sei Ausdruck der Wertschätzung der Bediensteten.

Es folgten noch Grußworte für die im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien von MdL Thomas Kreuzer (CSU), MdL Florian Streibl (Freie Wähler), MdL Tim Pargent (Bündnis 90/Die Grünen), MdL Harald Güller (SPD) und MdL Dr. Helmut Kaltenhauser (FDP), sowie vom Bundesvorsitzenden der Deutschen Steuer-Gewerkschaft DSTG Thomas Eigenthaler.

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