Gespräch mit MdL Wolfgang Fackler

Fallzahlensteigerungen und neue Aufgaben müssen zu mehr Personal führen!

In einem über einstündigen Gespräch haben bfg-Vorsitzender Gerhard Wipijewski und MdL Wolfgang Fackler die Situation in der Finanzverwaltung erörtert. Als früherer Bp-Stellenleiter begleitet Fackler weiterhin regelmäßig die Entwicklungen in seiner früheren Verwaltung. Wipijewski erläuterte dem Abgeordneten die Fallzahlensteigerungen bei den Finanzämtern. Hier schlägt das Bevölkerungswachstum und die seit einer Dekade boomende Wirtschaft in Bayern eins zu eins auf die Arbeitsbelastung durch. Selbst über längere Zeiträume betrachtet, haben es die Beschäftigten mit Fallzahlensteigerung von jährlich 2% zu tun, bei betrieblichen Steuerarten sogar mit bis zu 4 %! Die Gesprächspartner waren sich darin einig, dass vor diesem Hintergrund die Verbesserung der Personalausstattung unbedingt fortgesetzt werden muss, auch wenn sie rechnerisch dieses Wachstum nicht ausgleichen kann. Ähnliches gilt für den Bereich der Staatsfinanz, wo die Fallzahlen – wenngleich aus anderen Gründen – auch kontinuierlich steigen.

Im kommenden Doppelhaushalt Niederschlag finden müssen auch die zusätzlichen Aufgaben, die die Heimatstrategie bereithält. So wird etwa die Zuständigkeit für polnische Werkvertragsunternehmer aus Brandenburg nach Bayern verlagert, und zwar nach Nördlingen, also den Stimmkreis des Abgeordneten. Nach Einschätzung der Bayerischen Finanzgewerkschaft, die sich hierzu mit der DSTG in Brandenburg ausgetauscht hat, ist hier mit zusätzlicher Arbeit für mehr als 30 Beamtinnen und Beamte zu rechnen. Solch zusätzliche Aufgaben, wie etwa auch der Aufbau der Reiseservicestelle in Vohenstrauß, können angesichts der Personalnot in der Finanzverwaltung nur mit zusätzlichem Personal gestemmt werden und erfordern daher zusätzliche Stellen im Doppelhaushalt.
Einen ausführlichen Bericht über das Gespräch finden Sie in der nächsten bfg-Zeitung Juni 2016.