Gespräch mit Dr. Jüptner, Präsident des LfSt

„Es ist an der Zeit, die Digitalisierung für die Beschäftigten voranzutreiben!“

Im Januar traf sich die Landesleitung der bfg-jugend mit Dr. Roland Jüptner, dem Präsidenten des LfSt, und Daniela Schwer, der Referatsleiterin St24 – Ausbilung, zu einem gemeinsamen Gespräch, um die Vorstellungen der jungen Beschäftigten in der Finanz zum Arbeitsplatz der Zukunft zu diskutieren.

Neben Flexitagen und der Ausweitung der Telearbeit wurden auch die Situationen an den Lehrgangsorten, notwendige Verbesserungen bei der Nachwuchsgewinnung und weitere Themen, wie Fragen der kommenden Grundsteuerreform, der Versetzungen aus den Großräumen München und Nürnberg in andere Ämter und der Wunsch der bfg-jugend nach einem Masterstudium nach dem Diplomstudium an der HföD erörtert.

Über die Ausweitung von Telearbeit war man sich einig. Dies nicht nur, um den Beschäftigten familienpolitisch Gestaltungsmöglichkeiten zu bieten, sondern auch, um auf dem Arbeitsmarkt gegenüber der freien Wirtschaft weiterhin attraktiv zu bleiben. Die Vorreiterrolle, die der öffentliche Dienst einst im Bereich der Arbeitszeitgestaltung inne hatte, ist längst von international agierenden wie mittelständischen Unternehmen der freien Wirtschaft abgelöst worden; flexibles Arbeiten in verschiedensten Formen muss aus Sicht der bfg-Jugend auch beim öffentlichen Dienst erheblich ausgebaut werden.

Eine Ausweitung, so der gemeinsame Nenner mit dem BayLfSt, könne durch verschiedenste Modelle pilotiert werden. Telearbeit auch ohne soziale Gründe sollten in Arbeitsplatzmodellen der Zukunft bereits berücksichtigt werden. „Es ist an der Zeit die Digitalisierung für die Beschäftigten voranzutreiben!“, so Dr. Jüptner. Nun bleibt die Entscheidung des Finanzministeriums zur Telearbeit abzuwarten.

Die Forderung nach mehr Werbemittelbudget zur Nachwuchsgewinnung muss laut bfg-jugend weiterbestehen. Im Ländervergleich hinke das BayLfSt in diesem Bereich hinterher. So haben manche Bundeländer einen mittleren sechsstelligen Betrag für die Bewerbung des Nachwuchses zur Verfügung, die bayerische Steuerverwaltung hingegen nur einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Erfreulich sei die Entwicklung des Projektes „Schule und Steuern“ zu sehen. Im vergangenen Schuljahr wurden von 32 Finanzämtern über 230 Schulklassen besucht. Auch verbesserte Möglichkeiten für Studienabbrecher, Ausbildung oder Studium in der Finanzverwaltung zu beginnen, wurde angesprochen. Die bfg-Jugend schlägt hier eine verlängerte Gültigkeit des LPA-Zeugnisses vor.

Außerdem wurden die bereits erfolgten Verbesserungen an der Hochschule in Hof erörtert, die sehr stark ausgelastet ist. Das LfSt begrüßte in dem Zusammenhang die Forderung der bfg, einen eigenen Fachbereich der HföD für IT zu gründen.