Über 1.000 Selbstanzeigen in Bayern - Steuergewerkschaft: Noch 50 Millionen mehr möglich!
(25.02.2010)
Wie heute in den Medien zu erfahren war schätzt Dieter Ondracek, Vorsitzender der Deutschen Steuer Gewerkschaft DSTG, dass die bayerischen Finanzämter in den vergangen Wochen 150 Millionen Euro eingenommen haben. Mehr als 1.000 reuige Steuersünder hätten sich inzwischen in Bayern selbst angezeigt. Ersten Stichproben zufolge seien im Durchschnitt 100.000 bis 150.000 Euro pro Selbstanzeige nachbezahlt worden.
Ondracek ist aber der Überzeugung, dass die bayerische Finanzverwaltung noch wesentlich mehr Steuern eintreiben könnte, wenn der Ermittlungsdruck auf die Steuersünder erhöht und die Möglichkeit der Selbstanzeige abgeschafft würde. Ondracek fordert dazu zusätzliches Personal für die bayerischen Finanzämter. So müssten die seit Jahren unterbesetzten bayerischen Finanzämter im Innendienst um 1.000 Bearbeiterinnen und Bearbeiter, die Betriebsprüfung um 300 sowie die Steuerfahndungsstellen um 100 Prüferinnen und Prüfer verstärkt werden.
Die Bayerische Finanzgewerkschaft unterstützt die Forderungen des DSTG-Chefs. bfg-Vorsitzender Josef Bugiel führt dazu aus, dass die bayerische Steuerverwaltung bei der personellen Besetzung das Schlusslicht im Vergleich zu anderen Bundesländern bildet. Der Innendienst ist bundesweit am schlechtesten besetzt, die Betriebsprüfung und die Steuerfahndung befinden sich an drittletzter Stelle, so Bugiel.